Ein Interview anlässlich des Internationalen Frauentages

Wir senden Ihnen anläßlich des Internationalen Frauentages (8.3.2021) unsere herzlichen Grüße und wünschen Ihnen allen eine wundervolle Zeit.  

An dieser Stelle möchten wir uns auch besonders bei unseren Mitarbeiterinnen bedanken und natürlich bei unseren Mitgliederinnen, die uns mit viel Engagement und Ideenreichtum unterstützen. 

Ein Interview anlässlich des Internationalen Frauentages

Jenny Friese hat viele Jahre das Advisoryboard unterstützt. Seit Beginn des Jahres ist sie neue Vorständin bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank eG. Darüber hinaus ist sie - obwohl derzeit in Düsseldorf arbeitend - weiterhin Mitglied des Rotary-Club-Berlin-Mitte und derzeit die Präsidentin des Clubs, der sich normalerweise Donnerstags im Berlin-Capital-Club beim Mittagessen trifft.

Frau Friese, Sie sind nun von Berlin nach Düsseldorf umgezogen haben als erste Frau seit der Gründung der apoBank einen Vorstandsposten angetreten. Fühlen Sie sich selbst als „Frauenvorbild“?
Es sollte inzwischen zur Normalität gehören, dass Frauen ebenso wie Männer ihre Kompetenzen in Führungspositionen einbringen. Die Erfolge gemischter Führungsteams sind nachweislich überdurchschnittlicher. Auf dem Weg zur lebenswirklichen Normalität gibt es sicher noch ein paar Meter zu gehen. Für alle interessierten Frauen stehe ich als Mentorin und Mutmacherin und gerne auch als Vorbild zur Verfügung.

Wie viele andere Frauen haben auch Sie eine Familie, um die Sie sich als berufstätige Frau nebenbei kümmern. Fällt es vielleicht uns Frauen einfacher, alles unter einen Hut zu bringen?
Das wäre mir zu stereotyp. Meine Familie steht und stand immer an erster Stelle. Ich habe das große Glück in einer gleichberechtigten Beziehung zu leben. Da muss man für die beste Lösung im positiven Sinne genauso ringen und Vereinbarungen treffen, wie es im Berufsleben der Fall ist. Wir sind beide in leitenden Positionen berufstätig. Unser Sohn musste sicher früher selbständiger sein, als andere in seiner Altersklasse. Seine Generation wird es zukünftig sein, für die Frauen in Führungspositionen eine Normalität sind. Von zuhause hat er mitbekommen, dass das „unter einen Hut“ geht.

Bänkerin und Vorständin zu sein ist ja auch nicht gerade ein typischer Frauenberuf.
Herzchirurgin auch nicht. Und es gibt sie doch. Ich habe im Laufe der Jahre mit sehr vielen Unternehmerinnern gesprochen. Von der selbständig Arbeitenden bis zur Inhaberin von Firmen mit tausenden Mitarbeitern. Alle sagen, dass es natürlich nicht immer leicht war, doch das Ergebnis des Engagements hat sich für alle gelohnt.

Sie sind auch Präsidentin des Rotary-Club-Berlin-Mitte. Haben Sie in Ihrem Rotaryclub viele Frauen? 
Da kann ich mit Freude berichten, dass wir sogar 51 % Frauen haben und 49 % Männer. Was uns besonders und einzigartig macht, ist auch gleichzeitig unser Clubmotto: Wir sind dynamisch, familiär und unkompliziert. Ein Durchschnittsalter von rd. 45, eine dynamische Atmosphäre im Miteinander und was mich besonders freut: einzigartige Persönlichkeiten, die Lust am Gestalten und dem gesellschaftlichen Engagement haben und dabei erfrischend unkompliziert sind. Rotarische Freunde, mit denen man gerne auch am Sonntag „mit Kind und Kegel“ zusammen sein möchte. Zurzeit treffen wir uns virtuell. Das hat zwar den Nachteil, dass wir uns nicht alle im Capital Club treffen können, aber den Vorteil für mich, dass ich von meinem Düsseldorfer Schreibtisch aus dabei sein kann. Und übrigens - wir rotieren in der Präsidentschaft. Im Juni wird wieder ein Mann die Leitung des Clubs übernehmen.

Was raten Sie Frauen für ihren beruflichen Weg.
Gut zuzuhören zum Beispiel. In beruflichen Situationen wird Feedback oft mit Kritik gleichgesetzt. Doch darum geht es bei gutem Feedback nicht und eine gute Kritik kann sehr motivierend sein. Ich würde mich außerdem freuen, wenn Frauen zusammenhalten und sich gegenseitig unterstützen. Mehr in den Dialog treten und sich aktiv einen Mentor suchen. Und noch eines - Verantwortung zu übernehmen, lässt sich nicht erlernen. Dazu muss man sich bewusst entscheiden.

Sie haben das Schlußwort:
Dann zitiere ich doch gerne Johann Wolfgang von Goethe:
"Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man was Schönes bauen“. 

 

Beste Grüße

Jenny Friese
Mitglied des Vorstands

Deutsche Apotheker- und Ärztebank
Richard-Oskar-Mattern-Str. 6
40547 Düsseldorf
Web: https://www.apobank.de